Das Riesenrad | Mein zu großes Rennrad

Das Riesenrad | Mein zu großes Rennrad

Der Titel verrät in diesem Beitrag eigentlich schon fast alles. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige bin, der damit schon seine Erfahrung gesammelt hat. Genau, es geht um die Rahmenhöhe. Noch genauer, um die Rahmenhöhe meines zweiten Rennrades. In der Jugend hatte ich mir vom Konfirmationsgeld schonmal ein Rennrad gekauft. Soweit ich mich erinnern kann, hatte ich damit keine Probleme. Außerdem habe ich meine Kilometer in dieser Zeit auch hauptsächlich auf dem Mountainbike gesammelt und bin nur gelegentlich Rennrad gefahren. Zurück zu meinem zweiten Rennrad. In einem älteren Beitrag hatte ich erzählt, dass ich ein Rennrad von einem Arbeitskollegen gekauft hatte. Er war nur ein kleines Stückchen größer als ich. Das Rad war unbenutzt in der OVP. Der Preis stimmte. Also schnell kaufen, bevor es jemand anderes tut. Rahmenhöhe? Passt schon! Dachte ich mir, unerfahren wie ich war. Nun hatte ich es – Das Riesenrad | Mein zu großes Rennrad.

Ich kaufte das Rad im Herbst. Es blieben nicht mehr allzu viele Tage an denen ich draußen fahren konnte oder wollte. Trotzdem kamen noch ein paar Kilometer zusammen – manchmal sogar im Schneegestöber bis man kaum noch fahren konnte. Es fühlte sich ok an. So ganz zufrieden war ich mit der Geometrie nicht. Das das mit der Geometrie zusammenhängen könnte, wusste ich nicht wirklich. Ich dachte, dass ich mehr auf dem Rad trainieren und mich an die Körperposition gewöhnen muss. Das stimmt natürlich auch in gewissen Maße. Wenn man vom Mountainbike kommt ist die Position auf dem Rennrad nicht gerade bequem. Die alten runden STI-Formen erst recht nicht. Neben anderen Kleinigkeiten taten mir nach 20 Kilometern meine Hände weh und meine Hüfte war am wanken ohne Ende.

Bikefitting

Da ich noch keinen Rollentrainer hatte, war im Winter genug Zeit für den Sport übrig. So begann ich mich mit dem Bikefitting auseinanderzusetzen. Ich saugte erstmal alles auf was ich darüber finden konnte. Artikel im Internet, Videos auf Youtube etc. Am Ende kaufte ich mir noch ein Buch von Kay Dobat, einem 24-Stunden Fahrer. Das „Praxishandbuch Bikefitting“ sollte mir helfen besser auf dem Rad zu sitzen. Auf dem Mountainbike hatte ich früher grob nach Gefühl den Sattel eingestellt und das wars. Diesmal sollte es etwas professioneller werden. Da sich meine Hüfte hin und her bewegte und fing ich an den Sattel Stück für Stück runter zu setzten. Immer wieder gab ich meinem Körper ein wenig Zeit, um sich an die neue Position zu gewöhnen aber es wurde nicht besser. Nach dem dritten Versuch reichte es mir und ich schraubte den Sattel soweit nach unten wie es nur ging. Wo ich mit den Beinen nun gefühlt an meinen Armen vorbei pedalierte antwortete meine Hüfte mit Bewegungen nach rechts und links.

Meine Körperproportionen

Ich kam mit meinem Fitting alleine nicht mehr weiter also ließ ich mich in einem Fahrradladen vermessen. Der Verkäufer sagte mir, dass ich für meine Größe relativ lange Beine habe. Als er mein Rad sah, lachte er mich aus. Rahmenhöhe 58cm. Er fragte mich wer mir das „Riesenrad“ verkauft hatte. Nach kurzem Gelächter lies er mich einige Räder probefahren. Alle waren deutlich kleiner (RH54) als mein eigenes und ich fühlte mich auf allen sofort viel wohler. Viel weniger Druck auf den Händen. Der Tritt fühlte sich runder an. Alles was wir dazu einstellen mussten, war die Sattelhöhe. Das Feintuning kannst du nach ein paar Wochen oder Monaten machen, rat er mir. Gewöhn dich erstmal an den kleineren Rahmen. Ich ging nachhause und überlegte was ich machen sollte. Mir wurde versichert, dass ich mein Rad nicht soviel kürzer bauen kann, um es ohne Probleme fahren zu können.

Alles klar, weg damit!

Nach ein Paar Tagen der Überlegung kam ich dann zum Entschluss, mich nicht weiter auf meinem Riesenrad zu quälen. Der Frühling stand an und ich wollte trainieren. Ich war stolz auf mein Rad. Die vielleicht 1000km auf ihm haben trotz allem sehr viel Spaß gemacht. Es hatte aber keinen Sinn es zu behalten, also weg damit! Ich verkaufte es einem Freund der gerade auf der Suche nach einem Rad war. Win-Win, er hatte ein fast neues Rennrad zu einem guten Preis und ich hatte ein bisschen Geld für mein neues Rad.

Fazit

Den Fehler einen zu großen Rahmen zu kaufen habe sicher nicht nur ich gemacht. Ich sehe ständig irgendwelche Mädels auf Rädern rumfahren, die selbst mir viel zu groß wären. Deshalb, scheiß drauf! Wenn euch das Radfahren Spaß macht und ihr vor habt ernsthaft zu trainieren, dann quält euch nicht. Zumindest nicht mit einem zu großen Rahmen. Verkauft das Teil und besorgt euch etwas passendes. Ihr werdet schnell merken wie viel Freude ihr daran habt.

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